Thema
„Figuration im Raum“ – In dieser Serie steht die menschliche Figur nicht als isoliertes Objekt im Vordergrund, sondern als bewusst gesetzte Erscheinung im Spannungsfeld von Raum, Licht und Atmosphäre. Die Körper agieren nicht nur im Raum – sie definieren ihn. Ihre Haltung, Richtung und Präsenz erzeugen ein unsichtbares Geflecht aus Bedeutungen, Bewegungsachsen und emotionalen Spannungen. Der Raum ist dabei nie bloß Hintergrund, sondern Mitspieler: manchmal kontemplativ leer, manchmal aufgeladen durch Farbe, Fläche oder Bewegung. So entfaltet sich Figuration hier als eine Form der stillen Kommunikation – zwischen Figur und Umfeld, zwischen Präsenz und Abwesenheit, zwischen dem Sichtbaren und dem Gedachten. Der Betrachter wird eingeladen, diese Zwischenräume zu erkunden – als Resonanzräume menschlicher Erfahrung.
Beschreibung
In dieser Serie treffen menschliche Silhouetten auf weite, fast traumhafte Landschaften. Die Regenschirme – leuchtend rot, blau oder grün – fungieren als visuelle Ankerpunkte im Nebel der Bedeutung. Sie schützen nicht vor Regen, sondern vor innerer Haltlosigkeit. Die Figuren sind isoliert, aber nicht verloren. Ihre Haltung, ihre Kleidung und ihre Platzierung im Raum erzählen Geschichten von Ankommen, Verweilen und Weitergehen. Mal schreiten sie vorwärts, mal tanzen sie im Wind, mal stehen sie einfach nur da – als ob sie auf etwas warteten, das bereits vergangen ist. Die Bildsprache ist bewusst entschleunigt: Spiegelungen, weiche Übergänge, leere Horizonte – alles lädt ein zur Kontemplation. In der Leere wird Präsenz spürbar, in der Distanz Nähe.
Technik
Die Bildserie basiert auf originalen Fotografien, die inhaltlich und kompositorisch sorgfältig ausgewählt wurden. Diese Ausgangsmaterialien wurden mithilfe moderner Bildbearbeitungsprogramme weiterentwickelt, um Lichtstimmungen, Farbwirkung und räumliche Tiefe gezielt zu gestalten. Dabei kamen sowohl klassische Retuschetechniken als auch KI-gestützte Filter und Verfremdungsverfahren zum Einsatz. Das Zusammenspiel von Fotografie und digitaler Bearbeitung schafft eine visuelle Sprache, die zwischen dokumentarischer Realität und imaginierter Bildwelt oszilliert. Die Figuren erscheinen nicht als bloße Abbilder, sondern als bewusst gesetzte Erscheinungen in einer verdichteten Atmosphäre. Technisch präzise und zugleich poetisch geöffnet, entstehen so Bilder von großer Ruhe, formaler Klarheit und subtiler Symbolik.